Kunst

im Sozialzentrum Pillerseetal

Luft-Erde-Wasser

Künstler: Polytechnischer Lehrgang und Bewohner:innen des Sozialzentrum

 

Mit der Ausgestaltung des Sozialzentrums zogen auch eine Reihe von kleineren und größeren Kunstwerken ein, die von Künstlern, Schülern, Fotografen und auch Bewohner:innen in einer bemerkenswerten Qualität gestaltet worden sind. In dieser Serie sollen einige dieser Werke festgehalten und deren Schöpfer:innen vorgestellt werden.

Der erste Teil beschäftigt sich mit einer Gemeinschaftsproduktion des Polytechnischen Lehrganges des Schuljahres 2010/11, die mit den Bewohner:innen des damaligen Altenwohnheimes die Bilder fertigten. Die Elemente Erde, Wasser und Luft begegnen uns mehrmals in den Räumen des Sozialzentrums und eine ganz gelungene Darstellung ist aus dieser Zusammenarbeit mit Schule und Altenwohnheim entstanden, federführend unter der Leitung von Frau Marianne Werlberger. Zusammengesetzt aus jeweils 25 quadratischen Einzelteilen entstand ein dynamisches und dennoch angenehmes und beruhigendes Bild zum Thema der drei Elemente. Mit diesem Projekt gelang eine besonders wertvolle Bereicherung in der kreativen Gestaltung und Ausschmückung des Sozialzentrums.

Farbenspiel der Elemente

Künstler: Anne Stilper, Magdalena Trixl teamArt04    www.team-art-04.at

 

Wenn man unser Sozialzentrum betritt, begegnet einem nicht nur eine lichtdurchflutete Architektur, sondern auch ein Spiel der Farben, die in großflächigen Bildern die Wände und Gänge schmücken. In einem besonderen Maße zeichnet sich da die Künstlerin Anne Stilper aus, deren „drei Elemente“ wir bereits im Haupteingangsbereich eindrucksvoll und sympathisch begegnen. Diese Stimmung setzt sich in vielen weiteren Gemälden fort, mit dabei in dieser aufwändigen Produktion war auch das bemerkenswerte Talent der Fieberbrunnerin Magdalena Trixl. Großflächige Bilder zu malen, die Ruhe und gleichzeitig auch die Kräfte und Vergänglichkeiten der Natur ausstrahlen, ist diesem Künstlerteam in bewundernswerter Qualität gelungen, mit experimentellen Methoden wurde unter Anwendung von Marmorsand und direktem Sonnenlicht eine Oberfläche geschaffen, die in feinen Rissen und auch gröberen Strukturen die Vielschichtigkeit der Natur darstellt.

Angesichts der Anzahl und der Qualität der Bilder stellt sich sehr wohl auch die Frage der Finanzierung der Kunstwerke. Hier muss erwähnt werden, dass es sich eigentlich um Leihgaben handelt, die extra für dieses Gebäude angefertigt wurden und die „Entschädigungen“ lediglich in Form der Materialkosten von der öffentlichen Hand geleistet wurden. Somit darf man auch von einem Glücksfall sprechen, dass die Kunst im Sozialzentrum (das gilt auch für alle anderen Kunstbeiträge) einen großen ideellen Wert in sich birgt, dem man mit der nötigen Achtung gegenüberstehen sollte.

Der Mensch - die Region

Gleich im ersten Innenhof, wo sich inzwischen ein Billardtisch zum täglichen Treffpunkt etabliert hat, schmückt das wohl größte Relief im Ort eine Seitenwand und verströmt den unnachahmlichen Duft der frischen Zirbe. Eigentlich sollte Manfred Fuschlberger nur als Bindeglied zwischen Architekten und Künstler bzw. Kreative seine Erfahrungen einbringen, die Enttäuschung über das Desinteresse der Kunst-HTL und ihrer Schüler, sich hier ein mögliches zukünftiges Aushängeschild zu schaffen, ließ den Fieberbrunner selber Stemmeisen und Schnitzmesser in die Hand nehmen und es entstand ein Werk, das sich sehen lassen kann. Nicht naturalistisch, sondern in einer modernen, abstrakten und dezenten Form erkennt man in einer Größe von fast 4 auf 3 Metern einen Spiegel der Region, dominiert von einem im Hause immer wieder vorkommenden Element, dem Wasser. So verbindet ein symbolischer Fluss die vier Gemeinden, die durch ihre Wappenzeichen dargestellt werden. Jedes dieser Zeichen, mit dem sich die Generationen seit Jahrhunderten identifizieren können, birgt in sich bereits eine tiefe Geschichte der jeweiligen Orte. Dann begegnen wir Menschen in drei verschiedenen Situationen: stehend, sitzend und liegend. Auch hier liegt ein Sinn verborgen, stehen doch diese Gesten für die Werte und Funktionen des Hauses, als ein Ort der Begegnung, der Hilfe und der Pflege.

Manfred Fuschlberger, mit seinem Rufnamen Fusl, ist den Fieberbrunnern in vielseitiger Weise bekannt, seine Grafiken und Logos zieren fast jeden Verein und viele Firmen im Ort, Karikaturen und Zeichnungen haben bereits eine Fangemeinde, politisch und kulturell ist er seit vielen Jahren engagiert und seine schauspielerischen Fähigkeiten sorgen immer wieder für Unterhaltung und Heiterkeit. Im „Dreidimensionalen“ scheint er nun doch einige zu überraschen, doch gerade das Schnitzen ist eine Leidenschaft von ihm, sichtbare Zeichen findet der Suchende auch in den Sitzskulpturen am Lagerfeuerplatz im Gemeindewald, bei den ebendortigen Marterpfählen und nicht zuletzt auch beim Brunnen im Kreisverkehr Rosenegg.

Die tausendjährigen Photographien

Andreas Eppensteiner arbeitet in den unterschiedlichsten Bereichen, er ist Altenpfleger, Hörakustiker, Landwirtschaftsmeister und Pressefotograf zugleich. Noch vor dem großen Umzug ins Sozialzentrum hat er eine Reihe von Fotoportraits geschaffen, die nun in einer Gesamtinstallation eine Seitenwand schmücken und an Ausdruckskraft und Spannung seinesgleichen suchen. Die Bilder sind in  Schwarzweiß mit einem leichten Sepia-Ton auf Leinen ausgedruckt und zeigen die Bewohner:innen des ehemaligen Altenwohnheimes. Zusammengezählt sieht man an dieser Wand gezählte 3xxx Jahre Leben, in Form von 32 gelungenen und hochwertigen Portraits

Jedes einzelne Bild ist eine Geschichte für sich. Im Lächeln, im Glanz der Augen, in den Falten im Gesicht, in ihrer Bereitschaft, Modell zu stehen und sich zu positionieren, überall kann man kleine Geschichten entdecken, wobei in jedem der Portraitierten eine viel größere verborgen liegt. Inzwischen sind einige der zufrieden wirkenden Menschen nicht mehr unter uns, dennoch ist dieses Kunstwerk vom ehemaligen Fieberbrunner Andreas Eppensteiner ein zeitloser, in Bildern gefasster Roman, der zum Lesen und Blättern einlädt und dem Betrachter Erinnerungen und Bewunderungen entlockt.

Der Kreuzweg von Josef Hotter

Über eine besonders wertvolles Geschenk konnte sich das Sozialzentrum Pillersee erfreuen, einen kompletten Kreuzweg für die Kapelle des Wohnheimes. Wertvoll nicht nur deshalb, weil es sich um ein Werk des ehemaligen Fieberbrunners Josef Hotter (Koidau, Jahrgang 1954) handelt, sondern weil sich die Bilder in einer außergewöhnlichen Harmonie in das modern gehaltene Ambiente der Kapelle einfügt. Josef Hotter ist bekannt für seinen gefühlsbetonten Umgang mit Farben, die er in diesem Fall sehr dezent und zurückhaltend einsetzt.

Seit Kindheit hat Josef Hotter eine Liebe zum Zeichnen und begann im jungen Alter mit Ölpastellkreide, Bleistift oder Tusche seine ersten Werke zu kreieren. Einige Kurse mit dem akademischen Maler Gilbert van Este aus Belgien formten den Stil unseres Künstlers sehr zum Positiven. Einige Kapellen zieren inzwischen seine malerische Handschrift, mit dem Kreuzweg im Sozialzentrum ist ihm jedoch etwas ganz Besonderes gelungen! Josef Hotter lebt seit 2005 in Going und ist langjähriger Mitarbeiter der Firma Vital.

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